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Energie

Energie sparen mit vernetzten Geräten: was realistisch ist

Vernetzte Geräte versprechen niedrigere Rechnungen. Das stimmt, wenn sie an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Die größten Hebel liegen bei Wärme und beim Zeitpunkt des Verbrauchs, nicht bei der Glühbirne.

Über Energiesparen im Smart Home wird oft anhand von Leuchtmitteln gesprochen. Das ist anschaulich, aber wenig ergiebig: Moderne LED-Lampen verbrauchen ohnehin wenig. Der weitaus größte Teil des Energiebedarfs privater Haushalte in Deutschland entfällt auf die Raumwärme, nach Angaben des Umweltbundesamts rund zwei Drittel. Dazu kommt Warmwasser. Wer mit vernetzter Technik sparen will, sollte daher bei der Heizung anfangen.

Heizung: der größte Hebel

Eine häufig zitierte Faustregel lautet, dass jedes Grad weniger Raumtemperatur etwa sechs Prozent Heizenergie spart. Smarte Thermostate setzen genau dort an. Sie senken die Temperatur in Zeiten ab, in denen niemand zu Hause ist oder geschlafen wird, und heizen rechtzeitig wieder auf. Zusätzliche Funktionen:

  • Fenster-offen-Erkennung: über einen schnellen Temperaturabfall oder einen Fensterkontakt.
  • Anwesenheitssteuerung: über Smartphone-Standort oder Bewegungssensoren.
  • Raumweise Zeitpläne: Schlafzimmer, Bad und Arbeitszimmer brauchen zu unterschiedlichen Zeiten Wärme.

Wie viel das konkret bringt, hängt stark vom Ausgangspunkt ab. Wer schon vorher konsequent die Thermostate von Hand heruntergedreht hat, spart wenig zusätzlich. Wer bisher alle Räume gleichmäßig durchgeheizt hat, kann deutlich profitieren. Studien zu smarten Thermostaten kommen deshalb zu stark schwankenden Ergebnissen, und Herstellerangaben sollten mit Vorsicht gelesen werden.

Elektronischer Heizkörperthermostat mit Display, das 12 Grad Soll-Temperatur anzeigt
Ein funkgesteuerter Heizkörperregler mit abgesenkter Soll-Temperatur. Solche Regler gehören zu den wirksamsten vernetzten Geräten im Haushalt.Bild: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Wo KI ins Spiel kommt

Lernende Regelungen versuchen, aus Daten abzuleiten, wie schnell ein Raum aufheizt, wie stark Sonneneinstrahlung wirkt und wann die Bewohner typischerweise zu Hause sind. Mit Wettervorhersagen kombiniert, kann die Heizung vorausschauend arbeiten, statt nur zu reagieren. Bei Wärmepumpen ist das besonders interessant, weil sie effizienter laufen, wenn sie gleichmäßig und mit niedriger Vorlauftemperatur arbeiten.

Strom: wann statt wie viel

Beim Strom verschiebt sich der Blick vom Einsparen zum Verlagern. Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Stromlieferanten in Deutschland einen dynamischen Tarif anbieten, dessen Preis sich an den Börsenpreisen orientiert. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem, also ein digitaler Zähler mit Smart-Meter-Gateway. Wer dann Waschmaschine, Geschirrspüler, Wallbox oder Wärmepumpe in günstige Stunden legt, zahlt weniger und entlastet nebenbei das Netz.

Seit 2024 gibt es zudem eine Regelung im Energiewirtschaftsgesetz für steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen und Wallboxen: Netzbetreiber dürfen deren Leistung bei drohender Überlastung vorübergehend begrenzen, im Gegenzug sinken die Netzentgelte. Auch dafür ist vernetzte Technik nötig.

Diese Art der Steuerung ist ein Feld, in dem automatische Systeme ihre Stärken ausspielen. Niemand will stündlich Börsenpreise prüfen. Ein Energiemanagement, das Preisprognosen, Wetter und die Erzeugung einer Solaranlage zusammenführt, kann das übernehmen. Standards wie Matter haben in neueren Versionen Gerätetypen für Wallboxen, Wärmepumpen und Batteriespeicher aufgenommen, was die herstellerübergreifende Steuerung erleichtern soll.

Moderner elektronischer Haushaltsstromzähler mit Digitalanzeige
Ein elektronischer Haushaltszähler. Erst zusammen mit einem Gateway wird daraus ein intelligentes Messsystem, das dynamische Tarife ermöglicht.Bild: RobbieIanMorrison, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Der Eigenverbrauch der Technik

Jedes vernetzte Gerät braucht selbst Strom, auch im Bereitschaftsbetrieb, weil es erreichbar bleiben muss. Einzelne Geräte liegen dabei meist bei wenigen Watt oder darunter, die EU-Ökodesign-Vorgaben begrenzen den Verbrauch im vernetzten Bereitschaftsbetrieb. Rechnet man aber zwanzig oder dreißig Geräte zusammen, dazu Hubs, Brücken und einen dauerhaft laufenden Heimserver, kommen über das Jahr spürbare Mengen zusammen. Eine smarte Steckdose, die einen Fernseher vom Netz trennt, kann sich lohnen; eine smarte Steckdose an einer Nachttischlampe eher nicht.

Faustregeln

  • Erst Wärme, dann Strom, dann Licht.
  • Verlagern ist beim Strom oft wirksamer als Abschalten.
  • Den Bereitschaftsverbrauch der eigenen Technik einmal messen.
  • Herstellerversprechen zu Einsparungen kritisch lesen.

Und der Energiebedarf der KI selbst?

Wenn Sprachassistenten und Agenten auf große Sprachmodelle umgestellt werden, verlagert sich Rechenarbeit in Rechenzentren. Die Internationale Energieagentur hat 2025 in ihrem Bericht "Energy and AI" geschätzt, dass Rechenzentren weltweit 2024 rund 415 Terawattstunden Strom verbraucht haben, etwa 1,5 Prozent des globalen Stromverbrauchs, und dass sich dieser Wert bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln könnte. KI ist dabei ein wesentlicher Treiber.

Für den einzelnen Haushalt ist eine einzelne Sprachanfrage kaum messbar. Die Frage ist eher systemisch: Lohnt es sich, für einfache Befehle wie "Licht an" ein großes Modell zu bemühen? Viele Fachleute plädieren für eine Arbeitsteilung, bei der einfache Aufgaben lokal und regelbasiert erledigt werden und nur komplexe Anfragen ein großes Modell erreichen. Das spart Energie und schont nebenbei die Privatsphäre.

Fazit

Vernetzte Geräte können Energie sparen, wenn sie dort eingesetzt werden, wo viel Energie fließt: bei der Wärme und bei großen, zeitlich flexiblen Stromverbrauchern. KI hilft, Vorhersagen und Preise in Steuerung zu übersetzen. Sie ersetzt aber nicht den Blick auf die Grundlagen: Dämmung, richtig eingestellte Heizkurve und der Verzicht auf Geräte, die mehr verbrauchen, als sie einsparen.

Quellen

  • International Energy Agency: Energy and AI, 2025, iea.org.
  • Umweltbundesamt: Daten zum Energieverbrauch privater Haushalte, umweltbundesamt.de.
  • Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), § 41a (dynamische Stromtarife) und § 14a (steuerbare Verbrauchseinrichtungen).

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