Zwischen Elektro-Skateboards und smarten Jacken – SmartOrchestra auf dem Digital Tech Summit in Nürnberg

Mitte Oktober haben wir mitgehackt – auf dem Digital Tech Summit, einer Veranstaltung am Rande des Nürnberg Digital Festival. Der Inkubator Zollhof aus Nürnberg hatte für die Premiere des Gipfels eine vielfältiges Ensemble aus innovations-hungrigen Schwergewichten versammelt. Adidas, Schaeffler, Siemens, Nürnberger Versicherungen und die GfK haben eingeladen – gekommen sind rund 300 Entwickler, Designer und Betriebswirte, viele davon entweder bereits in Startups engagiert oder mit dem dem Traum, bald eines zu gründen.  

SmartOrchestra auf dem Digital Tech Summit in Nürnberg

Mittendrin SmartOrchestra (soweit wir sehen konnten das einzige Forschungsprojekt). Die Aufgabe: Das Praxis-Debut von Smart Orchestra. Die in den vergangenen Jahren konzipierte, entwickelte und realisierte Plattform sollte zum ersten Mal im Zusammenspiel mit externen Systemen zu Smarten Services integriert werden. Zur Auswahl standen eine ganze Reihe von Backend-Systemen: Smarte Überwachungskameras von Bosch, kommerzielle Fremd-Plattformen wie die FitBit-Sport-Sensoren oder Amazon Alexa, aber auch interessante Prototypen wie das elektrische Skateboard von Schaeffler und die sensoren-gespickten Jacken und Fußbälle von Adidas, Markteinführung: wer weiß.

Mit dem Anspruch, verschiedene Systeme miteinander zum Arbeiten zu bringen, war SmartOrchestra tatsächlich ein Exot in der bunten Hackathon-Welt. Unter den über 20 Teams, die ihre Ideen in den drei Tagen ausgearbeitet und vorgestellt haben, haben sich bis auf uns alle auf Ideen gestürzt, die mit der Benutzeroberfläche von Smart Services zun tun haben und innerhalb von einer Plattform agieren – von der Unterstützung von Sportswear-Käufern in der Umkleidekabine (via Alexa) bis hin zur freundlichen Gymnastik-Unterstützung nach einer Knieoperation mit dem Smartphone.

Unsere Wahl fiel auf den Problembereich Elektromobilität – auch ohne das elektrische Skateboard von Schaeffler (auf dem wir dann auch ganz vorsichtig und mit Sturzhelm ein paar Runden gedreht haben) ein Zukunftsthema, auf dem im Moment noch viele Standards in Konkurrenz zueinander entwickelt werden, und der in den meisten Szenarien als Teil einer multimodalen Transportwelt gedacht wird, also einer Welt, in der elektrische Fahrzeuge mit öffentlichem Nahverkehr als funktionierendes Gesamtkonstrukt orchestriert werden müssen.

Jenseits der hochfliegenden Pläne – ein Hackathon ist nur wenige Stunden lang – haben wir uns entschieden, das Problem des kostengünstigen Aufladens für Elektrofahrzeuge als Pilotstudie umzusetzen. Die Verfügbarkeit von Strom schwankt stark, dieser Trend wird durch den Schwenk auf erneuerbare Energiequellen noch verstärkt. Gleichzeitig, so unsere These, lässt sich das Nachladen von Elektrofahrzeugen, die am Tag nur für 30 Minuten bewegt werden müssen, zeitlich steuern – und zwar so, dass die Stromnachfrage idealerweise in die Zeit mit hohem Stromangebot und niedrigen Strompreisen fällt – an der Strombörse EEX in Leipzig dreht der Strompreis bisweilen ins Negative, wer viel Geduld hat, könnte mit dem Laden einer Elektroflotte also womöglich Geld verdienen.

Die Systeme, die wir im Rahmen des Prototyps integriert haben, waren die öffentlich verfügbaren Transparenzdaten und Live-Daten über den Ladezustand eines einzelnen elektrischen Skateboards, die uns von Schaeffler zur Verfügung gestellt wurden.

Das Ziel des Hackathons – zwei Fremdsysteme über die SmartOrchestra-Plattform zu verknüpfen – war damit erreicht, die weiter führenden Gespräche mit Schaeffler haben ergeben, dass der nächste sinnvolle Schritt die Integration eines Herstellers von Ladestationen wäre – mögliche Aufgabe für ein Folgeprojekt, das nach dem Ende der aktuellen SmartOrchestra-Arbeitspaketes mit derselben Plattform fortgeführt wird.

Download Präsentation SmartOrchestra Digital Tech Summit in Nürnberg (9 downloads)

Autor: Martin Virtel